12 Millionen Finderlohn für Tippschein-Finderin

Frankreich Flagge

Frankreich FlaggeEine französische Lotterie Telenovela, wie sie die besten Produzenten von Seifenopern nicht hätten besser kreieren können, fand nach acht Jahren ein glückliches Ende. Was war passiert? Ein französischer Glücksjäger hatte im Jahr 2012 unverhofft bei der Mehrstaatenlotterie EuroMillions teilgenommen und doch tatsächlich mit nur einem Spielschein die unvorstellbare Jackpotsumme in Höhe von 163 Millionen Euro gewonnen. Gut und schön, allerdings wusste der Glückspilz nichts von seinem Erfolg, denn er hatte seinen Lottoschein verloren und somit eigentlich auch die Chance verspielt, seinen Gewinn geltend machen zu können. Wäre da nicht die heimliche Lottofee zufällig beim Schlendern über die Straße auf den Tippschein aufmerksam geworden.

Die Finderin wird zur Millionärin

Laut dem in Frankreich populären Boulevard-Magazin Le Dauphiné wollte die glücksbringende Finderin anfangs den Gewinn für sich allein beanspruchen, was allerdings aufgrund des nicht vorhandenen Kaufnachweises verwehrt worden ist. Denn, um den Gewinn in Anspruch nehmen zu können, muss der Lottoschein Eigentümer ebenfalls persönlich das Geld abholen. Erst nach einer aufwendigen Suche im Einklang mit der französischen Lotto-Gesellschaft La Française des Jeux konnte der erfolgreiche Losbesitzer ausfindig gemacht werden.

Aber auch das war der Glückslos-Finderin nicht geheuer, in der Annahme, den kompletten Jackpot für sich beanspruchen zu können, ging der Fall bis vor das Gericht. Der Prozess zog sich über Jahre hin, unterdessen hatte die staatliche Lotto-Gesellschaft längst einen Konsens zwischen den beiden Parteien erzielen können.

Damit wurde die Finderin immerhin mit einigen Millionen zufriedengestellt, wenn da nicht der Fiskus auch noch ein Wörtchen mitzureden hätte. So ging das Lotto-Drama „Made in France“ in die nächste Runde. Wenn Du nicht in eine ähnliche Situation geraten möchtest, dann solltest Du Dir überlegen, künftig Deine Glückszahlen im Lottoland einzusetzen. Im Gewinnfall wirst Du garantiert informiert und die Gewinnausschüttung erfolgt direkt auf Deinen Account.

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Die Zweite Episode bringt den Finanzminister ins Spiel

Während die Gerichte in Frankreich begannen, sich mit dem Lotto-Konflikt zu beschäftigen erhielt die Lottoschein-Finderin ihren wohl verdienten Finderlohn in Höhe von 12 Millionen Euro. Das machte wiederum den Finanzminister hellhörig, nach dessen Auffassung es sich bei einem Finderlohn nicht um einen Lottogewinn handelt, sondern um eine private Transaktion, die steuerpflichtig ist.

Entsprechend nahm die Dramaturgie der Lotto-Story des Jahrzehnts ihren Lauf und landete vor einem Pariser Verwaltungsgericht, das nun über die steuerlichen Aspekte zu entscheiden hatte. Bei der geforderten Steuerzahlung ging es um nicht weniger als 4,3 Millionen Euro, die der Fiskus nun vom Finderlohn abhaben möchte. Da sich die frisch gebackene Millionärin durch diese Forderung ungerecht behandelt fühlte, reichte sie Klage gegen die staatliche Steuerforderung ein.

Der Staat zieht den Kürzeren

Das Glück war auf jeden Fall noch sieben Jahre nachdem die Französin den Spielschein auf der Straße entdeckte, weiterhin auf ihrer Seite, denn das Gericht entschied vor kurzem zu ihren Gunsten. Nachdem die fürstlich entlohnte Findern den Steuerbescheid in Millionenhöhe nicht zahlen wollte, ging der Fall vor das Verwaltungsgericht in Paris.

Die Richter bestätigten in letzter Instanz, dass der Finderlohn zur Gewinnsumme des Jackpots gehört. Somit ist die komplette Summe steuerfrei auch für die Frau, die den Spielschein fand, denn nur durch ihre Entdeckung ist es überhaupt erst zu einer Auszahlung des Jackpots gekommen. Der französische Staat bleibt am Ende auf den Kosten sitzen, denn als Verlierer des Verfahrens trägt die Staatskasse die entstandenen Kosten des Gerichtsverfahrens.